Das Für zur Post-Niederlassung

Im Jahr 2001 hat der Stadtrat nach intensiver Prüfung einstimmig als Rahmenplanung beschlossen, das Areal des
„Germeringer Nordens“ zum Gewerbegebiet zu machen und dies 2006 im Flächennutzungsplan festgeschrieben.
(Die zusätzlich zur Diskussion gestandene Fläche im Südwesten der Stadt sollte für künftige Entwicklungen
reserviert bleiben und wird daher bis auf weiteres für die Golf Range genutzt.) Die Ansiedelung von Unternehmen
im Germeringer Norden verlief seit dem nur sehr schleppend. Der Wirtschaftsverband unterstützt das Vorhaben der
Post-Ansiedelung aus nachfolgenden Gründen und fordert den Stadtrat auf, entsprechend zu entscheiden.


12 Sachgründe für das Brief- bzw. Postverteilerzentrum

Familienfreundliche Arbeitsplätze

Seit jeher ist eines der vorrangigsten Ziele des Wirtschaftsverbandes die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort. Ein kurzer Weg mit dem Fahrrad zur Arbeit statt langem Pendeln reduziert Stress und schafft mehr Zeit für Familie und Hobbies. Die Post schafft 1300 zusätzliche Arbeitsplätze in Germering. Das Durchschnittsalter der derzeitigen Post-Beschäftigten beträgt 55 Jahre. Aufgrund des dementsprechend nahen Renteneintritts müssen die meisten Arbeitsplätze in Kürze neu besetzt werden und stehen damit auch uns Germeringern zur Verfügung.

Qualifizierte Arbeitsplätze

Wir wünschen uns Arbeitsplätze, die dem hohen durchschnittlichen Bildungsniveau der Germeringer angemessen sind für Menschen, die sich das Leben im Großraum München leisten können. Dieser Anforderung entsprechen 300 der Fach-Arbeitsplätze in der Verwaltung der Post-Niederlassung, die gemeinsam mit dem Verteilzentrum nach Germering ziehen will. Auch die weiteren 1000 Arbeitsplätze für Verteiltätigkeiten – überwiegend in Teilzeit – sind für viele Germeringer, die ihr Familieneinkommen aufbessern möchten, durchaus vorteilhaft.

Attraktive Ausbildungsplätze

Die Post bietet derzeit über 43 Ausbildungsplätze für Mechatroniker, Logistik und Postdienstleistungen. Zusätzlich wird das Duale Studium angeboten und Hochschulabsolventen als Management-Trainees beschäftigt. Das schafft sehr interessante Perspektiven für junge Germeringer direkt bei uns in der Stadt.

Hoher Sozialstandard

Die Post hat aufgrund ihrer Tradition und des deutschen Mitbestimmungsrechts hohe Sozialstandards für ihre Mitarbeiter: 94% sind voll sozialversicherungspflichtig, 87%
unbefristet, 115 Menschen mit schwerer Behinderung finden bei der Post in Germering Beschäftigung. Der hohe Sozialstandard fördert den sozialen Frieden, auch in Germering.

Identifikation mit Germering

Menschen, die am gleichen Ort wohnen und arbeiten, identifizieren sich viel Stärker mit Ihrer Stadt, als diejenigen, die einen großen Teil ihrer wachen Zeit an einem anderen Ort arbeiten. Wenn durch die zusätzlichen Arbeitsplätze der Post-Niederlassung mehr Germeringer in Germering arbeiten, steigt die Verbundenheit mit unserer Stadt und damit einhergehend das Engagement in Vereinen und für das Gemeinwesen.

Stärkung des Einzelhandels

In Germering arbeiten nur halb so viele Menschen am Wohnort wie in den vergleichbaren Städten Fürstenfeldbruck und Dachau, was nicht zuletzt daran liegt, dass entsprechende Arbeitsplätze vor Ort fehlen. Das ist nicht nur eine Belastung für unsere Pendler, sondern führt auch dazu, dass viel mehr Einkäufe in München getätigt werden, als in Germering. Gerade die jüngsten Geschäftsschließungen (Sport Pofandt etc.) zeigen, dass unser Einzelhandel Stärkung braucht in form von mehr Kunden. Viele der ostMitarbeiter, ob aus Germering oder nicht, werden ihre Einkäufe künftig bei uns tätigen, insbesondere auch wenn in der Bahnhofs-Umgebung neue Geschäfte entstehen.

Stärkung der übrigen Wirtschaft

Neben dem Einzelhandel werden auch das örtliche Handwerk und das Gesundheitswesen durch die Ansiedelung der Post gewinnen. Aufträge werden von der Post vor Ort vergeben, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ihre Gesundheitsdienstleistungen verstärkt in Germering nachfragen.

Vorzeigeunternehmen Elektro-Mobilität – GoGreen Strategie

Die Post hat eine für einen so großen Konzern ehrgeizige Strategie, alle Logistik-Emissionen bis 2050 auf null zu reduzieren. Daher ist die Deutsche Post Pionier bei der Einführung elektrisch betriebener Lieferfahrzeuge, sie stellt sie sogar selbst her. Der Aachener Elektro-Fahrzeug Hersteller „E.go-Mobile“ hat seine Wurzeln in der Entwicklung der Postfahrzeuge. Die Post ist hier Weltweit Trendsetter. Solche Fahrzeuge sollen im wesentlichen auch in Germering zum Einsatz kommen. Die Bereitschaft der Post, auf
die umweltorientierten Anforderungen des Stadtrates einzugehen, hat ihre Ursachen in der zunehmend ökologisch orientierten Strategie des Unternehmens. Das unterstützt unsere eigenen Bemühungen um mehr Elektromobilität in Germering und ermöglicht uns, vom zukunftsorientierten Image der Post zu profitieren.

Ökologischer Nutzen

Die bisherigen Verhandlungen mit der Post haben dazu geführt, dass die Bodenversiegelung geringer sein wird, als bei anderweitiger gewerblicher Nutzung, insbesondere durch kleinere Betriebe. Für diese wäre der Grund nicht bezahlbar, wenn sie die gleichen Restriktionen akzeptieren müssten, zu denen sich die Post verpflichten muss. Zusätzlich wird die Post die Dachfläche begrünen und Photovoltaik-Anlagen erreichten. Würde auf dem Feld gar nicht gebaut, reduziert sich die generelle Bodenversiegelung nicht. Die Post würde einen anderen Standort suchen, der dann entsprechend bebaut würde und höchstwahrscheinlich mit geringeren ökologischen Auflagen versehen ist.

Belebung des Gewerbegebiet Germeringer Norden insgesamt

Der Betrieb der Post-Niederlassung hat auch Sogwirkung für weitere Unternehmen im Gewerbegebiet Germeringer Norden. Die Busverbindung zum S-Bahnhof wird ausgebaut, zusätzliche gastronomische und andere Serviceangebote, die sich an die Post-Mitarbeiter wenden, werden entstehen. Das Quartier wird dadurch attraktiver für andere ansiedelungswillige Unternehmen.

Steuereinnahmen

Laut Post sind, nachdem die durch die Umzugskosten bedingten Verluste kompensiert wurden, in etwa 4 Jahren mit rund 1 Million Euro Gewerbesteuer pro Jahr zu rechnen. Das kann etwas weniger oder etwas mehr sein – die Deutsche Post AG bezahlte insgesamt in den letzten Jahren kontinuierlich um die 500 Millionen Euro Steuern. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum die Post versuchen sollte, künstlich ihre Steuerzahlungen auf andere Standorte zu verlagern. Das Geld ist in Zukunft wichtig und wertvoll für die
Germeringer Infrastruktur, Schulen, Bäder, Kinderbetreuungseinrichtungen und die Stadthalle. Um die Ansiedelung anderer, steuerkräftiger Betriebe im Germeringer Norden bemühen wir uns seit 15 Jahren mit sehr geringem Erfolg.

Verkehr

Es wird zu mehr Verkehr durch die Ansiedelung der Post kommen. Glaubwürdige Verkehrsgutachten haben aber ergeben, dass die Zusatzbelastung für die Germeringer Bürgerinnen und Bürger gering sein wird, sogar deutlich geringer als bei anderweitiger, durch die Leitplanung vorgesehener gewerblicher Nutzung. Fast der gesamte Verkehr wird über die unmittelbar benachbarte Autobahn zu- und abgeleitet. Und zwar größten Teils zu verkehrsschwachen Zeiten, da es für die Post sehr unwirtschaftlich ist, wenn ihre Fahrzeuge im Stau stehen. Mitarbeiter werden zum großen Teil die S-Bahn nutzen, und zwar antizyklisch. Dennoch, etwas mehr Verkehr wird es geben, dass es mehr sein wird als bei einer anderen Nutzung des Areals, ist unwahrscheinlich.